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Review: Story of Seasons: Friends of Mineral Town im Test

Wer glaubt, dass ein Farmersleben eintönig ist, dem beweist Story of Seasons: Friends of Mineral Town genau das Gegenteil. Klar, man muss seine Felder bestellen und seine Tiere gut behüten, jedoch gibt es noch wesentlich mehr, das das Leben im ländlichen Mineral Town so zu bieten hat.

Ein neues Abenteuer

Nachdem unser Großvater gestorben ist, übernehmen wir pflichtbewusst dessen Farm und versuchen, uns in das Leben als Farmer/in einzuleben. Unser Ziel ist es, den Bauernhof auszubauen, soziale Kontakte zu pflegen, um vielleicht auch eines Tages den passenden Lebenspartner heiraten zu können, und die Karte außerhalb der Farm zu erkunden.

Einige werden hier schwere Nostalgie verspüren, denn bei Story of Seasons: Friends of Mineral Town handelt es sich um ein Remake des 2004 für den Game Boy Advance erschienenen Harvest Moon: Friends of Mineral Town. Das Remake präsentiert sich in gewohntem Look, allerdings verpackt in ein etwas moderneres Gewand, was ihm einen putzigen Charme verleiht. Zu Beginn des Spiels können wir mit einem sehr simplen Charakter-Editor aus zwei Geschlechtern und zwei Haarfarben wählen. Noch schnell einen Namen vergeben und es geht los.

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Einsatz: Grüner Daumen

Das Hauptaugenmerk liegt in Story of Seasons klar auf den Aufgaben, die es nun mal auf so einem Bauernhof zu erledigen gilt. Gerade am Anfang des Spiels ist man hauptsächlich mit dem Pflegen seiner Felder beschäftigt, um an Gold zu kommen. Schnell ein paar Samen gekauft und eingepflanzt, muss man sich nun gut um seine Pflanzen kümmern und diese gießen. Ab und an muss das Feld zudem von Steinen, Unkraut oder sonstigen Blockaden befreit werden, um noch mehr Platz für die Aussaat zu bekommen. Erntegut können wir direkt in eine der nahe gelegenen Lieferboxen packen, die jeden Tag um die gleiche Uhrzeit vom Boten geleert werden.

Für die verschiedenen Arbeiten werden auch spezifische Werkzeuge benötigt, die es im Laufe des Spiels auszubauen und zu verbessern gilt. Dies passiert schlichtweg durch die Verwendung dieser. Ist das Werkzeug bereit, verbessert zu werden, bekommt man einen entsprechenden Hinweis, den Dorfschmied aufzusuchen. Generell gibt einem das Spiel immer rechtzeitig hilfreiche Tipps, sobald neue Gegenstände gekauft oder ausgebaut werden können. Ganz anders sieht dies jedoch bei der Steuerung des Spiels aus, die teilweise wenig intuitiv gestaltet worden ist. Besonders anfangs befindet man sich oftmals auf der Suche nach dem richtigen Knopf, beispielsweise wenn es darum geht, seine Hühner zu füttern.

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Farm-Idylle

Nachdem man sich nun eine Zeit lang um seine Felder gekümmert und endlich genug Gold zusammen hat, um sich Tiere wie Hühner, Pferde oder Alpakas kaufen zu können, erweitert sich das Farmleben um ein paar simple, aber zeitaufwendige Aufgaben. So ein Tag bietet euch viele Möglichkeiten: Ihr streichelt und füttert das Vieh, gießt und pflegt die Felder, geht angeln, bereitet euch auf spannende Events im Dorf vor oder kocht ein neues Rezept. Klingt nach einem guten Tag – wäre da nicht die Ausdaueranzeige in Form kleiner Herzen links oben im Bild. Denn jede unserer Aktionen zieht uns Ausdauerpunkte ab. Und genau hier kommt die Spannung der Planung und Priorisierung ins Spiel: Denn so ein Tag auf der Farm vergeht rasend schnell in Mineral Town. Man hat zwar die Möglichkeit, durch Snacks oder andere entspannende Tätigkeiten seine Ausdauer wieder aufzufüllen, jedoch steht die Zeit, während man sich beispielsweise im Pool entspannt, nicht still. Snacks füllen eure Ausdauer auch auf, kosten jedoch Gold, das man gerade für andere Dinge brauchen könnte.

Zwei weitere Faktoren, die Story of Seasons mehr Dynamik verleihen, sind die vier Jahreszeiten und das Wetter. Da kann es schon mal passieren, dass einem die Sommerpflanzen mit einem Schlag alle kaputtgehen, weil man übersehen hat, das ja schon Herbstbeginn ist. Oder dass unerwartet die ganze Ernte durch einen Sturm zerstört wurde. Es kann auch vorkommen, dass ein schweres Unwetter euch mal eben zwei Tage lang daran hindert, euer Haus zu verlassen. Anders ausgedrückt: verlorene Zeit, die eigentlich schon anderweitig verplant war, wenn man nicht gerade sein Eigenheim schon etwas ausgebaut hat und ein paar neue Rezepte in der Küche ausprobieren kann. Das Wetter kann aber auch von Vorteil für gewisse Bereiche sein, denn bei Regen muss beispielsweise das Feld nicht per Hand gegossen werden.

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Die Farm wächst

Hat man sich nun endgültig an das Leben auf einer Farm gewöhnt, ist natürlich auch der Wunsch da, diese auszubauen und zu verbessern. Dies wird aber erst im späteren Spielverlauf interessant, wenn ihr genügend Rohmaterialen gesammelt habt. In der nahe gelegenen Mine findet ihr verschiedene Erze, die ihr dafür verwenden könnt. Doch so ein Tag als Minenarbeiter ist anstrengend, vergesst also nicht, eure Ausdauer im Auge zu behalten, denn sonst wacht ihr schnell im Krankenhaus auf! Was jedoch auch etwas Gutes hätte, denn der Doktor hat sein Interesse an uns bekundet.

Je nachdem, was euer Herz begehrt, könnt ihr beispielsweise euer Haus um eine Küche oder ein größeres Schlafzimmer erweitern. Durch Verbesserungen verschiedener Bereiche der Farm könnt ihr wiederum mehr Gold einnehmen, das ihr wiederum in weitere Verbesserungen investieren dürft. Gänzlich neue Bereiche gibt es allerdings nicht; man kann nur seinen bereits bestehenden Bauernhof ausbauen.

Die neuen Bauten sind zudem nicht immer sofort einsetzbar. Kauft man sich beispielsweise ein Haus mit Küche, benötigt man erst Küchenutensilien, wie einen Schneebesen und Rezepte, um überhaupt etwas kochen zu können. Natürlich braucht ihr dann auch einen Kühlschrank, um die kreierten Speisen geeignet aufzubewahren. Somit ist man immer mit neuen Tätigkeiten auf seiner kleine To-do-Liste beschäftigt, um die großen Vorhaben weiter vorantreiben zu können. Fast wie das echte Leben „in a nutshell“, nur eben putzig und simpel verpackt.

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Abseits der Farm

Wer genug vom ewigen Gießen und Tiere Streicheln hat, der kann auch mal die Weltkarte öffnen und sich einfach mal einen Tag lang eine Auszeit beim Erkunden gönnen. Da entdeckt man vielleicht neue Geschäfte, die um die Zeit, zu der wir sonst immer hier waren, sonst gar nicht mehr geöffnet hatten. Oder wir stolpern über neue Ressourcen und treffen Leute, die uns nicht nur Klatsch und Tratsch, sondern auch nützliche Hinweise geben. Oder, wenn wir ganz viel Glück haben, treffen wir eines Tages den Partner oder die Partnerin fürs Leben, für den es sich auf ein Haus mit extra großem Schlafzimmer zu sparen lohnt!

Hin und wieder finden in der Stadt auch gewisse Events wie ein Kochfestival oder eine Tierschau statt, bei denen man mitwirken kann, sofern man bereits Tiere oder eine Küche besitzt. Was im ersten Jahr unseres Farmerlebens wahrscheinlich nicht passieren wird, da wir noch immer damit beschäftigt sind, mit unserer nicht-verbesserten Gießkanne die etlichen Felder einzeln zu gießen. Also schauen wir zunächst mal nur als Besucher vorbei und sehen, was dieses Fest so zu bieten hat, um dann vielleicht im nächsten Jahr mit eigenen Tieren aufzutauchen.

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Suchtfaktor Bauernhof

Story of Seasons: Friends of Mineral Town bietet durch seine simplen, aber lohnenden Mechaniken und kleine, aber spannende Dynamiken wie Wetter, Zeitdruck und Ausdauer ein hohes Suchtpotential im positiven Sinne. Keine allzu verheerenden Fehler sind möglich, die Optionen überschaubar und die Optik sehr putzig, was alles in allem ein entspanntes Spielen ermöglicht – solange ihr nicht den Wunsch habt, euren Tag optimal zu planen, denn dann kann es schon mal ein wenig stressiger zugehen.

Klar gibt es aber auch ein paar kleine Macken, die den Spielspaß ab und an ein wenig trüben. Da wäre zum einen die ab und zu doch sehr nervige Tatsache, dass man zehn Minuten zu spät vorm Laden steht, bei dem man sich endlich das dringend benötigte neue Utensil erstehen wollte. Oder die immer wiederkehrende Suche nach den richtigen Knöpfen (gerade in den ersten Spielstunden) und die ab zu nicht gerade übersichtlich gestaltete Benutzeroberfläche, besonders die dünne rote Schriftfarbe auf braunem Hintergrund beim Kauf von Verbesserungen für die Farm. Optisch sieht das Game für Switch Verhältnisse jedoch sehr gut aus, vor allem im Handheld-Modus.

Insgesamt ist Story of Seasons: Friends of Mineral Town eine seichte, aber dennoch nie langweilige Abwechslung zu dem doch so oft hektischen Leben da draußen – oder auch dem hektischen Treiben in komplexeren Simulationen und Strategie-Spielen.

Review verfasst von Wolfgang Schebesta.

Spaßige Farm-Simulation

Dieses leicht aufpolierte Remake des Genre-Klassikers Harvest Moon ist für alle Simulations-Fans, die eher leichte Kost bevorzugen, genau das Richtige – und auch Gamer, die einfach mal in Ruhe ihre Farmer-Fantasien ausleben und Felder oder Tiere pflegen wollen, können bei Story of Seasons bedenkenlos zuschlagen. Die Präsentation ist niedlich, die Aufgaben reichlich und auch, wenn die Steuerung mit leichten Macken zu kämpfen hat, geht im Großen und Ganzen doch alles gut von der Hand. Sowohl Kenner des Originals wie auch Jung-Farmer kommen mit Story of Seasons somit voll auf Ihre Kosten.

8
Grafik:
8
Sound:
9
Steuerung:
7
Story:
8
Story of Seasons - Friends of Mineral Town

Story of Seasons - Friends of Mineral Town

Systeme: Switch, PC (Steam)
Getestet auf: Switch
Genre: Simulation
Entwickler / Publisher: Marvelous
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2020

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