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Review: Skully im Test

Ihr mögt Spiele, bei denen Köpfe rollen? Dann nehme ich das jetzt wörtlich und lasse euch in die Welt von Skully eintauchen! Denn in diesem innovativen Indie-Game vom Entwickler Finish Line Games schlüpft ihr selbst in die Haut, oder eher in den Knochen, eines Totenschädels und rollt fortan durch die Welt. Klingt verrückt? Ist es auch!

Auf einer mystischen Insel werdet ihr mithilfe magischen Lehms zum Leben wiedererweckt. Euer Retter ist Inselbewohner Terry, der dringend eure Hilfe braucht! Denn auf dem einst idyllischen Eiland herrscht ein Konflikt zwischen den göttlichen Geschwistern, und nur ihr könnt dabei helfen, wieder Frieden herzustellen. Also gebt ihr euer Bestes, die Welt als stummer, rollender Schädel zu bereisen, doch schnell wird klar, dass Skully ein ganz besonderer Totenschädel ist: Mithilfe desselben magischen Lehms, der ihn zum Leben erweckt hat, kann er nämlich auch seine Gestalt verändern und so die zahlreichen Hindernisse auf seinem Weg meistern.

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Auf Inseltour

Mit fetzigem Soundtrack rollt ihr also durch die Gegend und erforscht verschiedene Terrains des Eilands, die sich optisch und spielerisch unterscheiden. Auf eurem Weg befinden sich zahlreiche Lehmpfützen, in denen ihr nicht nur euren Spielfortschritt speichern, sondern auch eure Form ändern könnt. So werdet ihr beispielsweise zum großen Steingolem mit Durchschlagskraft, einem flinken Läufer, der Plattformen horizontal bewegt oder einem Hüpfer, der Doppelsprünge beherrscht und Plattformen vertikal bewegt. Ihr könnt bis zu drei dieser Formen gleichzeitig beschwören, jedoch immer nur eine steuern, müsst also immer zwischen ihnen wieder hin und her wechseln. Die unterschiedlichen Gestalten erlernt ihr nach und nach im Laufe der Geschichte und müsst bei den Rätseln oftmals alle eure Fähigkeiten kombinieren.

Skully vereint zudem geschickt verschiedene Spiel-Elemente, um so nie Langeweile aufkommen zu lassen. Mal müsst ihr euch durch Steinwände boxen, euch euren Weg über Flüsse mithilfe mehrerer Plattformen bahnen oder Bergspitzen mit hohen Sprüngen erklimmen. Die Rätsel werden mit der Zeit anspruchsvoller und oftmals müsst ihr all eure Formen benutzen und eure Schritte gut planen.

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Der Schädel rollt

Das Spielprinzip fällt innovativ aus und das Spielen als Totenschädel bietet besonderen Nervenkitzel, da ihr in Kugelform stetig auch auf die Schwerkraft achten müsst. Eine ruhige Sekunde als bloßer Totenschädel habt ihr dadurch selten. Eher unangenehmen Nervenkitzel lösen die sehr schnell reagierende Steuerung und das Design an manchen Stellen aus. Oft seid ihr gezwungen, in einer bestimmten Form zu spielen, und als ursprünglicher Totenschädel stellen Kanten eure schlimmsten Feinde dar. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich von einem Ort zum anderen springen wollte, besonders auf Erhöhungen, und dabei beim Absprung auf einer kleinen Kante hängenblieb und so in den Tod geschleudert wurde.

Generell ist euer Schädel nicht besonders gut im Schaden einstecken, was daran liegen könnte, dass er ein mit Lehm gefüllter Knochen ist. Dennoch gibt er meiner Meinung nach zu schnell den Geist auf, wenn ihr mal ins gefährliche Wasser stürzen solltet. Speicherpunkte sind ausreichend verteilt, sodass sich der Frustrationslevel aber trotz allem in Grenzen hält. Dennoch fühlt sich das schnelle Ableben manchmal zu unausgewogen an. Erschwerend hinzugekommen ist bei mir die schwammige Grafik der Nintendo Switch. Manchmal war es einfach unmöglich, zu erkennen, ob die zu überquerenden Plattformen schließend nebeneinander liegen oder ein kleiner Spalt uns als Schädel ins Verderben springen lässt. In gewissen Parts geht es darum, so schnell wie möglich vor Unheil zu fliehen, dass euch einzuholen droht – die sonst frei bewegliche Kamera wird hier fixiert und ihr müsst nun Passagen in der Vogelperspektive meistern. Als kleiner Totenschädel nicht besonders leicht, da ihr eure Position auch mal aus den Augen verliert, weil ihr euren Character mit einem auf dem Weg liegenden Sammelobjekt verwechselt.

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Innovativer Spaß

Skully bietet euch knackige Rätsel, fordert eure Geschicklichkeit und schickt euch durch abwechslungsreiche Gebiete. Die kunstvollen Stop-Motion-artigen Cutscenes verleihen dem Spiel einen eigenen Charme und die verschiedenen Figuren sind mit Leidenschaft gesprochen worden. In der Spielwelt verteilt gibt es zudem zahlreiche gelbe Blüten, die ihr sammeln könnt, um so Konzeptzeichnungen der Designer freizuschalten. Ich finde es immer sehr nett, so ein paar Einblicke in die Entwicklung von Spielen zu bekommen. Auch die musikalische Untermalung von Skully ist gut gelungen. Nur die Grafik der Switch hat mir einige Probleme bereitet. Auf der Wiedergabe auf dem TV-Gerät kam es leider auch immer wieder zu Bildrucklern; auf dem kleinen Display im Handheld Mode war es hingegen manchmal schwierig, seinen schnell rollenden Schädel im Blick zu behalten. Ich bin jedoch sicher, dass Skully auf anderen Systemen, ohne diese Handicaps, deutlich mehr Spaß macht.

Rollender Nervenkitzel

Wer hatte als Kind nicht mal eines dieser Kugellabyrinthe in den Händen und hat zahlreiche Male versucht, die Kugel erfolgreich durch die Gänge zu balancieren? Genau dieses Spielprinzip macht Skully so besonders. Seine Form zu ändern und die verschiedenen Fähigkeiten zu kombinieren, verleihen dem Titel zudem einen besonderen Pepp. Auch wenn mein Weg durch ein paar grafische Ungereimtheiten erschwert wurde, ist Skully ein spaßiger Puzzle-Platformer, den ich nur empfehlen kann – nur eben vielleicht nicht für die Nintendo Switch.

8.4
Grafik:
6
Sound:
10
Steuerung:
9
Story:
8
Rätselspaß:
9
Skully

Skully

Systeme: PC, PS4, Switch, Xbox One
Getestet auf: Switch
Genre: Adventure, Puzzle-Platformer
Entwickler / Publisher: Finish Line Games / Modus Games
Erscheinungsdatum: 04. August 2020

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