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Review: Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise im Test

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise Review von Unaltered Magazine

Was passiert, wenn ein schräger FBI-Agent in einer noch schrägeren Kleinstadt landet und dort auch noch einen absolut schrägen Mordfall lösen soll? Genau, dann schnappt er sich seine Fee und tut, was er tun muss. Willkommen bei Deadly Premonition2: A Blessing in Disguise!

Welcome to Le Carré

Im zweiten Teil des Action-RPGs schlüpfen wir erneut in die Rolle des schrägen FBI-Agenten Francis York Morgan, um im Jahr 2005 im eigenwilligen Städtchen Le Carré einen mehr als ungewöhnlichen Fall zu lösen. Doch nicht nur ihn, auch die FBI-Agentin Aaliyah Davis steuern wir diesmal, und zwar im Jahre 2019, wo sie mit ihrem etwas unfähigen Partner den sichtbar gealterten, ehemaligen FBI-Agent Franics York Morgan zu einem vergangenen Fall verhört – in dessen chaotischer Wohnung.

Zurück nach 2005: Die Leiche einer jungen Frau wurde entdeckt und –angezogen wie die Motte vom Licht – will Francis York Morgan, welcher von allen York genannt werden möchte, sich dieses Falls annehmen.
Als er sich jedoch mit dem hiesigen Sheriff (und dessen Tochter Patricia) zusammenschließt, müssen sie gleich mal feststellen: Die Leiche ist verschwunden …

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Auto gestohlen? Kein Problem!

Das Gameplay von Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise ist einfach erklärt: Mit einem Skateboard (ja, Skateboard, da unser Auto gestohlen wurde) bewegen wir uns durch die Kleinstadt Le Carré und versuchen, den Fall zu lösen, indem wir Genre-typisch Haupt- und Nebenquests absolvieren. Dabei dürfen wir uns mehr oder minder frei bewegen; eine riesige, belebte Open-World darf man sich allerdings nicht erwarten. Passanten (meist unansprechbar), Autos und auch begehbare Gebäude halten sich in Grenzen – dafür sind die wichtigsten Schauplätze recht interessant gestaltet.

Die Steuerung, sowohl zu Fuß als auch auf dem Skateboard, hätte durchaus besser ausfallen können. Alles fühlt sich hakelig an und ist zumeist eher mühsam. Ein weiterer Punkt, welcher sofort auffällt: die schlechte Performance. Während in den Gebäuden alles noch relativ (!) okay läuft, so ruckelt es enorm, sobald man die Gebäude verlässt und sich in der Quasi-Open-World aufhält – und das leider sowohl im TV- wie auch im Handheld-Modus, wobei die Ruckler am TV noch stärker auffielen. Kombiniert man diese Dinge mit den grob modellierten Umgebungen und Charakteren samt schwachen Texturen und teils lausigen Animationen, fragt man sich, ob man wirklich ein Switch-Spiel aus dem Jahre 2020 in Händen hält und nicht vielleicht doch einen schlecht geporteten Titel der letzten oder sogar vorletzten Konsolengeneration.

Zumindest der Sound geht jedoch absolut in Ordnung. Zwar darf man auch hier nicht mit Oscar-Verdächtigem rechnen, sowohl der Soundtrack wie auch die Effekte passen jedoch zu jeder Situation und untermalen nett das Geschehen.

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Befinden wir uns im Spiel gerade nicht auf dem Skateboard, dann reden wir mit wichtigen Personen (oder der Fee Zach, wie York sie selbst benennt), suchen nach Orten und Hinweisen oder schießen und verprügeln merkwürdige Kreaturen aus der ebenso merkwürdigen Anderswelt. Aber keine Angst, die angriffslustigen Wesen tauchen nur von Mitternacht bis sechs Uhr morgens auf – oder eben in der Anderswelt selbst, in die es uns im Lauf der Story auch immer wieder verschlägt.

Apropos abschießen oder verprügeln: Damit kommen wir auch gleich zum Kampfsystem. Durch die wie erwähnt recht mangelhaft umgesetzte Steuerung und die allgemeine Banalität des Kampfsystems (schießen, prügeln, weglaufen) werden auch die Kämpfe zu keiner großen Herausforderung. Im Gegenteil: Sie nerven, sind aber zum Glück auch jedesmal recht schnell wieder vorbei. Eine Idee ist dabei jedoch zumindest gelungen: In der Anderswelt haben wir keine klassische Handfeuerwaffe, sondern attackieren stattdessen mit unserem zur Waffe umfunktionierten Arm. Das ändert spielerisch zwar rein gar nichts, sieht aber immerhin cool aus.

So jagen wir also durch die immergleichen Straßenzüge von Le Carré und arbeiten uns von Aufgabe zu Aufgabe. Vereinzelt gibt es zudem kleine Mini-Spiele, wie etwa Steine werfen oder Bowling spielen.

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Neben all den Präsentations- und Gameplay-technischen Problemchen gibt es an Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise aber auch einen großen Pluspunkt: die Story samt ihren seltsamen Orten und Charakteren. Allesamt haben sie ihre schrägen Eigenheiten voller Humor – allen voran der Hauptcharakter selbst. Wenn York somit nicht gerade mit sich selbst redet (bzw. mit Zach), dann zitiert er beispielsweise gerne Weisheiten aus diverseren Filmen und verliert sich regelrecht darin. Außerdem ist er offen für alles Unbekannte, selbst wenn es noch so absurd erscheint – mehr als eigenartige Personen inbegriffen. Trotz aller Schwächen wächst einem der Titel somit dennoch irgendwie ans Herz und motiviert zum Weiterspielen.

Technisches Gruseln mit fesselnder Story

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise macht es mir nicht leicht. Die Schwächen in Sachen Präsentation und Gameplay sind nicht von der Hand zu weisen und fallen im Jahr 2020 sehr negativ auf. Allerdings punktet das Spiel mit seiner Story, seinen Charakteren und seiner schrägen Horror-Mystery-Atmosphäre und schafft es auf ungeahnte Weise, dass man dennoch stets wissen möchte, wie es weitergeht. Der Titel fühlt sich für mich also wie so mancher Trash-Film an, bei dem man sich einerseits fragt, warum man ihn sich eigentlich anschaut, der auf der anderen Seite aber dennoch richtig Spaß macht. Ein B-Game für Spieler also, die das richtige Schlecht so richtig gut finden können? Wohl ja.

7
Grafik:
6
Sound:
8
Steuerung:
6
Story:
8
Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

System: Nintendo Switch
Genre: Action-RPG
Entwickler / Publisher: TOYBOX inc.  / Rising Star Games Ltd.
Erscheinungsdatum: 10. Juli 2020

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