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Review: Glatzköpfchen Bd. 1: Wer braucht schon Haare?

Glatzköpfchen Wer braucht schon Haare in Rezension - Review von Unaltered Magazine

Fern von Superhelden und fantastischen Wesen gibt es auch Comics, die sich auf liebevolle Weise zwischen Realität, Tragik und Hoffnung bewegen – wie Glatzköpfchen, das den Erlebnissen der krebskranken, (fast) 13-jährigen Zita folgt.

Zita hat Leukämie und verbringt deshalb schon beinahe ihr ganzes Leben im Krankenhaus. Wo andere Kinder vermutlich verzweifeln würden, macht Zita mit Humor und Lebensfreude stattdessen das Beste aus ihrer Lage: Sie freundet sich mit anderen Patienten an, muntert diese auf, ist beliebt bei Schwestern und Ärzten und plant sogar Partys zu denen wirklich jeder eingeladen ist, von jung bis alt und fröhlich bis ein wenig griesgrämig.

Glatzköpfchen behandelt ernste Themen, arbeitet diese jedoch mit viel Humor und Herzblut auf: von Zita selbst, die sich trotz ihrer schweren Krankheit samt Nahtoderlebnissen, Familie, die es scheinbar nicht übers Herz bringt, sie regelmäßig im Krankenhaus zu besuchen und – natürlich – der Tatsache, dass sie aufgrund ihrer fehlenden Haare regelmäßig für einen Jungen gehalten wird, einfach nie unterkriegen lässt, bis hin zu den anderen zum Nachdenken anregenden Geschichten, die Zita von weiteren Patienten erfährt und die Themen wie Rassismus und soziale Isolation aufgrund von Krankheit ansprechen.

Die Zeichnungen im Comic sind dabei relativ schlicht und schon beinahe karikativ gehalten, mit Punkten als Augen und hervorstechenden Gesichtszügen, untermalen dabei jedoch den Ton des Comics, denn auch Zita kommt mit ihrem sehr erwachsenen, oft sarkastischem Verhalten ab und an gezielt überspitzt rüber. Die Essenz der Geschichte wird jedoch auch ohne großartige Details übermittelt: nämlich jene, sich auch von Schicksalsschlägen nicht unterkriegen zu lassen, und mutig zu bleiben, komme, was wolle.

Humorvoller Comicband zum Nachdenken

Glatzköpfchen Bd. 1: Wer braucht schon Haare soll weder mit fantastischen Zeichnungen begeistern, noch auf das Ende der Story hinfiebern lassen – stattdessen greift es äußerst ernste Themen wie Krebs, Rassismus und Einsamkeit auf, erforscht die Gefühlswelt der Betroffenen und macht diesen und ihren Angehörigen Mut. Zita mag als Charakter nicht jedermanns Sache sein, genau wie der Zeichenstil von Glatzköpfchen, der Band berührt beim Lesen aber dennoch und macht letztendlich Hoffnung. Band 2 erscheint übrigens schon am 22. September und wird uns mit Sicherheit weitere Geschichten mit Humor und Tiefgang bescheren.

7
Comicbewertung:
7
Glatzköpfchen Bd. 1: Wer braucht schon Haare?

Glatzköpfchen Bd. 1: Wer braucht schon Haare?

Autor: Serge Ernst
Zeichner: Zidrou
Verlag: Panini Comics
Genre: Tragik-Komödie
Seiten:
48
Erscheinungsdatum: 21. April 2020

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