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Review: Infinity Gauntlet

Review von Infinity Gauntlet Unaltered Magazine

Der nächste Schwung Marvel Must-Haves steht an. In gewohnt aufwendiger Aufmachung präsentiert uns Panini unter anderem das 1991 erschienene Crossover-Event Infinity Gauntlet. Diese Geschichte bildet einen der wichtigsten Grundpfeiler des MCU, ist in gedruckter Form aber doch vollkommen anders. Begeben wir uns also mitten in einen intergalaktischen Krieg, in dem die Helden dem allmächtigen Thanos gegenüberstehen.

Thanos ≠ Thanos

Auf der Leinwand sammelt der Kriegsherr die Infinity-Steine, um das Universum zu retten, indem er die Hälfte aller Lebewesen auslöscht. Eine brutale, aber für den Zuschauer nachvollziehbare Motivation, an der Thanos auch deutlich sichtbar keine Freude findet. Aus seiner Sicht tut er das, was getan werden muss, und nur er kann diese Bürde schultern. Seine Motivation aus den Comics wurde in den Filmen nur einmal in einem Nebensatz bei seinem Kurzauftritt in Guardians of the Galaxy angedeutet. Denn Comic-Thanos macht seinem Beinamen alle Ehre: The Mad Titan! Er ist unsterblich in Misstress Death verliebt, der (natürlich in schöner weiblicher Gestalt erscheinenden) physischen Manifestation des Todes selbst. Was auf der Leinwand vermutlich albern gewirkt hätte, funktioniert im Comic sehr gut.

Infinity Gauntlet präsentiert alles, was zu diesem Zeitpunkt im Marvel Universum Rang und Namen hatte. Viele Figuren kennen wir aus dem MCU, andere sind dort aus rechtlichen Gründen (noch) nicht aufgetaucht oder warten noch auf ihr Debüt. Zu den bekannten Gesichtern wie Spider-Man, Captain America, Thor, Hulk oder Scarlet Witch gesellen sich unter anderem Wolverine, Cyclops, She-Hulk und der Silver Surfer. Fans der Guardians dürfen sich auf Nebula, Gamora und Drax freuen, die hier aber noch deutlich anders aussehen und handeln. Ein wahres Staraufgebot also, aber die wichtigste Figur auf der Heldenseite ist ohne Zweifel Adam Warlock, der wohl nur wahren Comic-Fans etwas sagen dürfen. Der ewige Gegenspieler von Thanos führt die Helden in der scheinbar aussichtslosen Schlacht an. Doch damit nicht genug, denn er versucht als zweite Front die kosmischen Götter des Marvel-Universums selbst für den Kampf gegen den wahnsinnigen Titanen zu rekrutieren. Und hier wird es kompliziert, denn mit diesen Wesen hat der handelsübliche Held von der Erde eher selten zu tun. Galactus dürfte der bekannteste Vertreter sein, aber Eternity, Living Tribunal, der Fremde, Epoch … das sind Namen, die viele Leser zunächst verwirren dürften.

Ein Krieg im Weltraum

Zu Beginn von Infinity Gauntlet besitzt Thanos bereits alle Steine und hat zudem Höllenfürst Mephisto an seiner Seite. Und während der Silver Surfer auf der Erde noch Doctor Strange vor der Gefahr warnen will, kommt es auch schon zum bekannten „Snap“, welcher die Hälfte aller Lebewesen auslöscht. Als Mistress Death ihn dennoch abweist, zerstört Thanos in seiner Wut ganze Sternensysteme, was die Erde aus ihrer Umlaufbahn reißt. Adam Warlock reist daraufhin mit den verbleibenden Helden ins All, um die Gefahr des Infinity Gauntlets zu bannen und den Mad Titan zu stürzen. Als dann auch noch die kosmischen Götter auftauchen, bricht endgültig ein intergalaktischer Krieg aus, der viele Opfer fordert.

Als Leser wird man mitten in die Geschichte hineingeworfen und sollte daher dringend das Vorwort lesen, welches einen mit den Grundinformationen versorgt. Denn Infinity Gauntlet fackelt nicht lange, hat dafür aber auch keine Längen. Den Autoren ist das Kunststück gelungen, die Story trotz des hohen Erzähltempos nicht zu überfrachten. Wenn man die vielen Charaktere bedenkt, ist diese Leistung nicht hoch genug einzuschätzen. Die wunderschönen Zeichnungen und Farben runden den Gesamteindruck ab. Wie bei den Marvel Must-Haves üblich, gibt es noch einen Bonusteil mit einer Timeline, einer Vorstellung der Macher, ausführlichen Anmerkungen und Empfehlungen für weitere Lektüre.

Value for Money

Infinity Gauntlet lässt mir kaum Zeit zum Luftholen. Thanos ist hier nochmal gefährlicher als im Film und der klare Star der Geschichte. Wie sich alle Helden gegen ihn vereinen und er doch nicht in die Knie geht, ist einfach verdammt spannend. Außerdem werden wir auf der Leinwand vermutlich niemals sehen, wie Wolverine mit gezückten Krallen auf Thanos einschlägt. Jeder, der etwas für das Marvel-Universum übrighat, wird diese essenzielle Geschichte nicht aus der Hand legen können. Warum dennoch „nur“ neun Punkte? Die bekannten Gesichter treten etwas in den Hintergrund, wenn die kosmischen Götter eingreifen. Das macht von der Narrative her vollkommen Sinn, aber selbst mir waren einige nur vom Namen her bekannt. Außerdem ist das Ende zwar logisch aufgebaut, aber auch relativ vorhersehbar. Vorhersehbar, aber nicht schlecht! Infinity Gauntlet bekommt von mir eine klare Empfehlung.

9
Comicbewertung:
9
Infinity Gauntlet

Infinity Gauntlet

Autor: Jim Starlin
Zeichner: George Peréz, Ron Lim
Farben: Ian Laughlin, Max Scheele, Evelyn Stein
Verlag: Panini Comics
Genre: Superhelden/Science-Fiction
Seiten:
 276
Erscheinungsdatum: 3. November 2020

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