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Review: The Falconeer im Test

The Falconeer im Hands-on - Preview von Unaltered Magazine

Auf dem Rücken gigantischer Falken erkundet ihr in The Falconeer die Wunder und Konflikte der Ursee – allesamt erschaffen von einem einzigen Mann: Tomas Sala, der das gesamte Spiel in Eigenregie schuf. Bereits im Oktober durften wir dabei einen ersten Blick auf sein Werk werfen – nun verraten wir euch, was sich seitdem getan hat und wie sich die finale Release-Version des Titels so spielt.

Faktionskriege

Die Welt von Ursee besteht aus dem gleichnamigen, schier unendlichen Meer sowie zahlreichen Siedlungen, die auf emporragenden Felsen erbaut und von unterschiedlichen Faktionen regiert werden. Da wäre zum Beispiel das mächtige Imperium, aber auch die Technik-versierte Mance Order sowie jede Menge Piraten und andere Freibeutler der See.

In The Falconeer verschreibt ihr euch dabei nicht bloß einer davon, sondern erkundet in jedem Kapitel andere Regionen und erlebt die Geschehnisse der Welt aus der Perspektive jeweils eines bestimmten Spielers im Konflikt. Zu entdecken und erfahren gibt es dabei viel, wer jedoch auf eine linear erzählte Story hofft, der wird enttäuscht. Stattdessen baut The Falconeer auf einzelne Missionen, Orte, die ihr im freien Flug über das Meer erkunden dürft, und die Erzählungen der Bewohner der einzelnen Siedlungen, um euch so nach und nach Story-Puzzle-Teile sammeln zu lassen, die allesamt zur umfangreichen Lore des Titels beitragen. Diese Art des Geschichtenerzählens mag nicht jedermann liegen, trägt aber unweigerlich dazu bei, dass man dazu motiviert wird, jeden Winkel der weitläufigen Welt zu erkunden und jede Mission in den zahlreichen menschlichen Niederlassungen zu bestreiten.

Auf den Schwingen des Schicksals

Das eigentliche Gameplay von The Falconeer findet, wie erwartet, zum allergrößten Teilt auf dem Rücken eures riesigen Falken statt – doch Falkonier ist nicht gleich Falkonier. Zu Beginn jedes Kapitels wählt ihr so zunächst einen Charakter bzw. eine Charakterklasse mit unterschiedlichen Startwerten, die auch direkten Einfluss auf das Spielgeschehen haben. Fortan geht es nun darum, in den Städten der Ursee-Regionen Haupt- sowie Nebenmissionen anzunehmen, um so mehr über die jeweiligen Orte und ihre Bewohner zu erfahren bzw. Splitter zu verdienen, die ihr gegen Mutationen eurer Vögel (Regenerationsfähigkeit, mehr Manövrierfähigkeit und andere Verbesserungen), stärkere Waffen, mehr Munition und weitere praktische Dinge eintauschen dürft.

Die Missionen führen euch im Anschluss zu diversen Schlüsselpunkten, wo ihr entweder mehr über die Lore der Welt erfahrt, Wegpunkte aufdeckt oder Kämpfe bestreitet. Euer Falke darf im Flug durch Sturzflüge Ausdauer ansammeln, die durch Wende- und Ausweichmanöver, steile Flüge nach oben und mehr verbraucht wird. Zudem tragt ihr auf eurem Rücken ein Munitionspaket, dank dem ihr leuchtende Energiekugeln auf Gegner feuern könnt; und solltet ihr statt gegen andere Falkoniere und Luftschiffe gegen tatsächliche Boote kämpfen, lassen sich gelegentlich auch Minen aus dem Wasser aufsammeln und im Anschluss als Abwurfbomben gebrauchen.

Die Kämpfe funktionieren in der Review-Version besser als noch in der Preview-Version: Das Zielen ist nun deutlich weniger frustrierend und nach einer recht steilen Lernkurve zu Beginn fliegt ihr nach kurzer Zeit grazil durch die Lüfte und entledigt euch selbst der flottesten Gegner in durchaus spaßigen Dogfights (oder Falconfights).

Was leider nicht ganz so gelungen ist, ist das Missions-Design selbst: Einen Großteil eurer Zeit verbringt ihr in The Falconeer damit, über das offene Meer zu fliegen, um entweder Schlüsselpunkte zu erreichen oder Gegenstände abzuliefern. Das wäre an sich nichts Schlechtes, vor allem nicht, wenn man bedenkt, wie fantastisch, wenn auch simpel, die Welt von The Falconeer aussieht und wie viel Freude es bereitet, einfach die einzelnen Orte zu erkunden, leider bewegt sich euer Falke jedoch gefühlsmäßig im Schneckentempo, was dem Ganzen ein wenig die Freude nimmt.

Auch in Sachen Abwechslung hätte das Spiel noch ein wenig mehr vertragen: Nach spätestens zwei Spielstunde hat man bereits jede Missionsart und die meisten Kontrahenten gesehen und der einzige Unterschied von da an ist die Anzahl der Gegner und der aktuelle Austragungsort der Gefechte oder sonstigen Aufgaben. In anderen Worten: The Falconeer leidet ein wenig an seinem repetitiven Gameplay.

Atmosphärische Welt

Auch wenn das Gameplay in The Falconeer nicht unbedingt immer langfristig motiviert, zieht einen der Titel vor allem aufgrund seiner einzigartigen Welt und Atmosphäre dennoch immer wieder in seinen Bann. Neben den eigentlichen Missionen dürft ihr in The Falconeer auch einfach frei die Welt und ihre Ursee erkunden und dort so manchen spannenden Ort entdecken bzw. einzelne Landmarks aufdecken. Begleitet wird das Geschehen – wie auch die Story-Missionen – von stets passenden Klängen, die zwar kaum im Ohr bleiben, aber dennoch für massig Stimmung sorgen. Der gesamte Titel ist zudem stimmlich vertont, und das sowohl auf Englisch wie auch auf Deutsch. Die Leistung der Sprecher reiht sich dabei im unteren Mittelfeld ein, mit gelegentlichen Ausreißern in beide Richtungen.

Das Highlight von The Falconeer ist aber sein vorhin bereits angesprochener Look, der sich als einzigartiger Stilmix zwischen Comic-Grafik und Gemälde präsentiert und vor allem unter dem Gesichtspunkt dessen, dass alles aus der Hand eines einzigen Designers stammt, durchaus begeistert. The Falconeer mag somit nicht unbedingt das spannendste Gameplay bieten oder mit dichter Narrative fesseln, dennoch macht es Spaß, zu hübschen Klängen auf den Schwingen eines gigantischen Vogels durch die grafisch hübschen Umgebungen zu gleiten und einfach in die Welt von Ursee und ihre Lore einzutauchen.

Gemischte Gefühle

Wie schon die Preview lässt mich auch die finale Version von The Falconeer mit gemischten Gefühlen zurück. Die Welt und ihre Lore faszinieren und auch die Kämpfe machen nun deutlich mehr Spaß, dennoch wünscht man sich am Ende ein klein wenig mehr, vor allem eine etwas strukturiertere Erzählweise sowie mehr Nebenaufgaben bzw. Missionsarten, um auch auf längere Zeit für Spielmotivation zu sorgen. Sieht man The Falconeer allerdings nicht unbedingt als Action-Game, sondern mehr als Erkundungsspiel mit gelegentlichen Action-Momenten, sieht die Sache schon anders aus – als solches punktet es nämlich weit mehr. So macht es richtig Spaß, einfach mal einige Stunden lang entspannt über die Ursee zu gleiten, sich an den flüssigen Bewegungen seines Falken zu erfreuen und dabei so manchen geheimen Ort im Meer samt dessen Geschichte zu erforschen. Und natürlich gilt es bei allem auch zu bedenken, dass The Falconeer am Ende das Werk einer einzigen Person und dafür wirklich unglaublich gelungen ist.

8
Grafik:
8
Sound:
8
Steuerung:
9
Story:
7
The Falconeer

The Falconeer

Systeme: PC (Steam), Xbox One, Xbox Series X | S
Getestet auf: PC (Steam)
Genre: Action, Luftkampf
Entwickler / Publisher: Tomas Sala / Wired Productions
Erscheinungsdatum: 10. November 2020

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