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Review: Fuser im Test

Einmal die Tracks mischen wie David Guetta, wie Tiesto die Massen am Electric Love bewegen oder wie Avicii den nächsten Hit mixen – kurz: Einmal ein erfolgreicher DJ sein. Wer sich das schon mal gewünscht oder eine Vorliebe für das Kreieren des nächsten heißen Mix hat, für den ist die DJ-Simulation Fuser wie gemacht.

An das Genre DJs hat sich bislang noch kaum jemand gewagt. Es gab zwar vor einige Jahren einen entsprechenden Ableger der Guitar Hero-Spiele, doch DJ Hero war nicht von den Erfindern Harmonix, sondern von dem Indie Studio FreeStyleGames und womöglich auch deswegen eher erfolglos. Lange war es danch still um Rhythmusspiele im DJ-Raum – bis jetzt. Harmonix fasste sich nun doch ein Herz und startet mit Fuser einen neuen Versuch, auch diese Welt zugänglich zu machen.

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Let’s juggle the tracks

Die Story der Kampagne in Fuser, ist so kurz wie effizient: Als neuer aufstrebender DJ oder auch DJane mixt ihr eure Tracks vom Starting Act bis zum Headliner, von Festival zu Festival. Da ist das eigentliche Mixen der Tracks schon viel komplexer, auch wenn es zu Beginn nicht so wirkt. Der Einstieg ist sehr anfängerfreundlich gestaltet: Ihr habt vor euch vier CD-Player; jeder kann mit einem Track Part bestückt werden. Diese sind aufgeteilt in Beat, Bass, Lead und Vocals und können von jedem Song aus eurem DJ-Koffer eingelegt werden. Dazu müsst ihr einfach mit dem Cursor (etwas mühsam auf den Konsolen) auf den entsprechenden Song gehen und dann durch Drücken eines der Buttons diese Spur in den dafür vorgesehenen Player laden. Jeder Button steht für einen Art von Track; auf der Xbox sind blaue Beat Tracks mit dem X Button, die grünen Bass Tracks mit A, Vocals in Rot mit B und die Lead Spur in Gelb mit Y auszuwählen, auf der PlayStation und Switch verhält es sich ähnlich.

Doch die Tracks sollten nicht nur auf die Plattenteller fallen, sie müssen auch zum richtigen Zeitpunkt eingelegt werden, wenn der Takt es gerade möglich macht, ansonsten gibt es Abzüge vom Publikum. Schon mixen wir unser erstes Set und man ist begeistert, wie gut das teilweise klingt. Doch das war erst die Spitze des Eisberges: Nach und nach kommen mehr Möglichkeiten hinzu, wie ihr die Mixe erstellen könnt. Das beginnt beim Droppen mehrerer Tracks gleicher Art, geht über ein Fade-in oder Fade-out der Tracks bis hin zu eigenen Kreationen mittels Drum Computer, Synthesizer oder anderen digital emulierten Instrumenten. Auch die Geschwindigkeit sowie Tonart und Effekte sind in den höheren Levels dann Teil eures Sets. Die Anforderungen an den Spieler werden somit mit fortschreitendem Spielverlauf ebenfalls immer knackiger, da man all diese Möglichkeiten auch tatsächlich nutzen muss.

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Der volle Koffer

Doch woher kommen die einzelnen Tracks aus eurem DJ-Koffer? Vor jedem Set, das ihr spielt, könnt ihr euren Koffer mit anderen CDs bestücken. Je nach Level sind manche vorgegeben, denn jeder Auftritt erfordert ein eigenes Genre. So kann es sein, dass die Vormittagsvorstellung noch Slow RnB und Hip-Hop ist, während am Nachmittag schon laute Rock- oder Dance-Tracks gewünscht werden. In eurem Koffer befinden sich aber nicht irgendwelche CDs mit lizenzfreier Musik, nein, eine Vielzahl bekannter Songs aus allen Stilrichtungen und Jahrzehnten sind mit von der Partie. Manche sind schon freigeschalten, andere müssen erst durch entsprechende Punkte, die ihr durch Erfahrungslevel-Aufstiege und abgeschlossene Performances bekommt, verdient werden.

Aber nicht nur euer CD-Koffer ist voll mit großartigen Sachen, ihr könnt euch auch euren eigenen Avatar erstellen und diesen sehr frei designen, mittels eines Kleiderschranks voll mit coolen Kostümen, Outfits und Accessoires. Doch was wäre so ein riesen Auftritt ohne die passende Bühnenshow? Und so gilt es zusätzlich, euch Projektor-Bilder, diverse Effekte und Feuerwerk auszusuchen, wobei natürlich auch hier gilt: Manches ist frei, anderes muss durch erarbeitete Style-Punkte erst freigeschaltet werden.

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Das launische Publikum

Wenn ihr ein Set spielt, so gibt es den Zufriedenheitsbalken. Dieser zeigt an, wie euer Track gerade ankommt; sinkt er auf Null, ist euer Auftritt vorzeitig vorbei. Um das Publikum bei Laune zu halten, muss das Genre gut getroffen, aber auch Aufgaben sowie Publikumswünsche erfüllt werden. Das wird gelegentlich recht stressig und man muss manchmal einfach eine Entscheidung treffen, was man erfüllen kann und was nicht. Hier wird aber oft nicht klar, warum euer Track nicht ankommt. Oft klingt der Mix richtig gut und trotzdem wird er abgewertet, ohne Indikator dahingehend, was genau daran für negative Publikumsstimmung sorgt. Übrigens hätten auch Pfeile, die einen Rückgang der Zufriedenheit anzeigen, dabei geholfen, dies schneller zu bemerken. Zu lange darf der Track überdies auch nicht unverändert gespielt werden, das mögen die Leute ebenfalls nicht. Beim einen oder anderen Spieler wird sich schnell herausstellen, für welches Genre er ein Händchen hat und für welches weniger; wenn man aber das Set gut über die Bühne bringt, winken großartige Belohnungen.

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Es gibt viel zu entdecken

Neben der Kampagne bietet das Spiel zudem noch ein paar weitere Optionen, wie man Fuser erleben kann. Da haben wir den Freestyle-Modus, in dem ihr einfach drauf los eure Tracks mixen könnt, ohne irgendwelche Publikumswertung oder Einschränkungen, die man in der Kampagne erlebt. Wenn ihr einen großartigen Mix abliefert, könnt ihr diesen auch mit der Community teilen. Dieselbe Funktion bietet Fuser auch in einer Koop-Variante, bei der ihr abwechselnd eure Tracks mixt. Wer es fordernder will, der kann überdies einen Battle gegen einen anderen DJ starten und muss dabei versuchen, dem Gegner die besten Platten entgegenzusetzen. Im Social Bereich können die geteilten Tracks anderer dann angesehen und vor allem angehört werden. Und auch ein Shop ist inkludiert, der aktuell nur die Option des Kaufs voller Track-Packs anbietet, vermutlich in naher Zukunft aber auch mehr und einzelne Songs zum Kauf anbieten wird.

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Ein paar schräge Töne

Leider hat Fuser dann doch das eine oder andere Problem. So läuft es etwa recht instabil und das Spiel stürzt gerne mal ab. Dies passiert etwas häufiger auf der neuen Xbox Series X, aber auch auf der Xbox One ist man davor nicht geschützt. Zudem fehlt, wie schon erwähnt, die Nachvollziehbarkeit, warum die Publikumswertung sinkt. Hier müsste es mehr Transparenz geben, denn das bloße Wechseln eines Tracks bringt immer noch ein paar Pluspunkte, ganz egal, wie es klingt, und darauf sollte es natürlich schon ankommen. Abschließend sind die Multiplayer-Features zwar nett gestaltet, aber es fehlt der Freunde-Faktor. Ich würde mich gerne mit einem Freund um die Gunst des Publikums batteln, doch einen entsprechenden Modus gibt es leider nicht. Die Battles selbst sind zwar gut gemacht, wenn gleich auch etwas schwer zu verstehen, doch können diese ausschließlich gegen Fremde passieren.

Ein Rhythmus, mit dem man mit muss

Fuser ist ein kleines Überraschungs-Ei. Man erwartet sich etwas im Stil von Guitar Hero oder Rock Band, wird aber schnell davon weggeführt und bekommt ein völlig neues Gameplay präsentiert. Das kann auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, doch durch den sanften Einstieg und die große Menge an bekannten Songs zieht es einen schnell in den Bann. Wenn man erst einmal gefangen ist, kommt man auch nicht mehr so schnell weg von Fuser und will immer mehr Sets spielen. Leider bremst das Publikum die Euphorie etwas und lässt einen manchmal frustriert zurück. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist Fuser ein Rhythmus Spiel auf einem ganz neuen Level und man hofft auf mehr Songs, um den Koffer auch in den kommenden Wochen und Monaten zu erweitern, wenngleich die Zukäufe aktuell nicht ganz billig sind.

7.8
Grafik:
7
Sound:
9
Steuerung:
8
Langzeitmotivation:
7
Fuser

Fuser

Systeme: PC (Steam, Epic), PS4, XBox One, Switch
Getestet auf: Xbox One X, Xbox Series X
Genre: Rhytmusspiel
Entwickler / Publisher: Harmonix / NCsoft
Erscheinungsdatum: 10. November 2020

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