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Review: Hitman 3 im Test

Hitman 3 im Test - Review von Unaltered Magazine Header

Auch im neuen Jahr werden viele wohl mehr Freizeit haben, als ihnen lieb ist. Was käme da passender als eine digitale Spielwiese voller Möglichkeiten, wie man seine Opfer möglichst kreativ um die Ecke bringen kann? Gamer mit einem leichten Hang zum Morbiden können sich freuen – Agent 47 ist zurück.

Die Hitman-Reihe des dänischen Entwicklers IO Interactive wird in diesem Jahr stolze 21 Jahre alt, aber an den Ruhestand denkt Titelfigur Agent 47 natürlich noch lange nicht. Vor allem nicht, seit das Franchise sich nach einer kleinen Schwächephase mit Hitman aus 2016 wieder in bestechender Form zeigte. Schauen wir uns also an, was der Abschluss der Trilogie zu bieten hat.

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Vertraute Meuchelei mit alten Stärken …

Auf den ersten Blick nicht viel Neues! Und, so viel sei verraten, auch auf den zweiten und dritten nicht. Aber das erwarten die meisten Fans auch nicht. IO Interactive haben sich voll und ganz auf die Stärken der Reihe besonnen und schicken 47 wieder einmal in sechs Levels, in denen er diverse Zielpersonen ausschalten muss. Vom letzten, lineareren Areal abgesehen, sind die Einsatzorte riesig und stecken voller Details, die sich erst nach genauerer Untersuchung und mehreren Durchgängen entdecken lassen. Egal ob wir uns in einem heruntergekommenen Technoclub in Berlin oder durch einen der gigantischen Wolkenkratzer Dubais bewegen – jede Location ist eine gigantische, grafisch opulent in Szene gesetzte Spielwiese. Besondere Erwähnung soll an dieser Stelle das altenglische Herrenhaus in Dartmoore finden, wo wir uns unter anderem als Hausdetektiv ausgeben können und zunächst mal in einem Mordfall ermitteln, um an unsere Zielperson heranzukommen. In jedem Level sammelt 47 Hinweise, entdeckt Nebenplots und schlüpft wieder in diverse Verkleidungen, um zuvor versperrte Bereiche zu infiltrieren. Das Hochgefühl, wenn ein lange vorbereiteter Mordplan dann auch genau so funktioniert, ist nach wie vor großartig und wird mit speziellen Cutscenes, den sogenannten „Signature-Kills“, belohnt. Storymäßig bildet Hitman 3 einen soliden Abschluss, dürfte aber keinen Serienfan mehr überraschen. Der Rezensent stellt an dieser Stelle mal die These auf, dass die Geschichte auch nicht der Hauptgrund für den Erfolg des Mannes mit dem Strichcode auf dem Hinterkopf ist.

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… und Schwächen

Zunächst das Offensichtliche: Auch Hitman 3 ist natürlich kein Spiel für jeden, denn wir spielen hier immerhin einen Profikiller, der nicht gerade zimperlich vorgeht. Auf Wunsch kann man sämtliche NPCs in einem Level um die Ecke bringen, was diverse Unschuldige miteinschließt. Zu empfehlen ist das aber nicht, denn 47 weiß sich zwar zu wehren, sollte seine Zielpersonen aber möglichst unauffällig ausschalten. Leise vorzugehen macht auch aus spielerischer Sicht Sinn, denn die Shooter-Mechanik ist nach wie vor mit „fummelig“ noch am freundlichsten beschrieben. In Deckung gehen wird da gerne mal zum Glücksspiel und da 47 ohnehin kaum Treffer einstecken kann, sollte man Feuergefechte generell tunlichst vermeiden. Wenn einem die Kugeln nicht um die Glatze fliegen, kann man sich nämlich beispielsweise am seltsamen Verhalten der NPCs erfreuen, die sich im Allgemeinen zwar gut benehmen, aber immer wieder seltsame Ausreißer haben. Wenn man einen Geschäftspartner des Ziels direkt hinter dessen Sekretärin ausschaltet und sich dann problemlos als selbiger ausgeben kann, obwohl man ihm wirklich nicht ähnlichsieht, ist das schon unfreiwillig komisch. Andererseits ist es ja auch schon zu einem Markenzeichen geworden, dass sich kaum jemand am stoisch schauenden 47 zu stören scheint – genau wie die Tatsache, dass sich wirklich jeder mit geworfenen Münzen ablenken lässt. Kritisieren muss man auch die mittlerweile betagte Engine, die zwar für sehr schöne Lichtstimmungen sorgt, bei den Gesichtsanimationen aber an ihre Grenzen stößt. Auf eine deutsche Sprachausgabe muss man verzichten, dafür weiß das Sounddesign der Levels zu überzeugen.

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Ein „Best-of“ zum Abschluss

Hitman 3 wagt zum Abschied keine Experimente. Neue Spielmechaniken wie die Kamera sind nicht mehr als Spielereien und Dinge wie die hakelige Steuerung sind gefühlt schon seit 2000 ein Problem. Aber dafür wissen IO Interactive, was die Fans wollen, und liefern genau das ab. Ein bis zwei Levels mehr wären zwar schön gewesen, aber Dubai, Dartmoore, Berlin, Chongping und Mendoza bieten bereits mehr als genug Content, um sie immer wieder zu spielen und neue Wege auszuprobieren. Startet eine Mission doch beispielsweise einmal ohne Waffen und findet neue, kreative Wege, um das Ziel zu erreichen. Das zwingt zum Umdenken und macht immer noch sehr großen Spaß. Schade nur, dass Elemente aus dem Vorgänger, wie die Sniper Missionen, nicht mehr vorhanden sind. Den vorigen Teil könnt ihr dafür aber, genau wie Teil 1, auch in Hitman 3 spielen, sofern ihr den Zugangspass besitzt. Leider herrscht derzeit noch ziemliches Lizenzchaos, das aber laut IO in den nächsten Wochen geklärt werden soll.

Ein Fest für Fans

Hitman 3 ist wie ein starkes neues Album einer in die Jahre kommenden Lieblingsband. Das Genre modernisieren werden sie vermutlich nicht mehr, aber man freut sich, dass sie in ihrem Stil immer noch so hochwertig abliefern. Mir hat auch der neueste Ableger wieder großen Spaß gemacht, der mit Dartmoor sogar eine meiner Lieblingsmissionen der Reihe liefert. Und da IO Interactive bereits weitere Inhalte angekündigt hat, werde ich auch in den nächsten Wochen noch viel Freude mit Agent 47 haben.

8.4
Grafik:
9
Sound:
8
Steuerung:
7
Story:
8
Wiederspielwert:
10
Hitman 3

Hitman 3

Systeme: PS4, Xbox One, Playstation 5, Xbox Series X/S, PC
Getestet auf: PS4
Genre: Stealth, Action Adventure
Entwickler / Publisher: IO Interactive
Erscheinungsdatum: 20. Januar 2021

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