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Review: Persona 5 Strikers im Test

Während Persona 5 Strikers (unter dem Namen Scramble) in Japan schon 2020 erschienen ist, mussten wir uns noch einige Zeit gedulden. Nun geht das Abenteuer der Phantomdiebe aber endlich weiter. Hat sich die Warterei gelohnt?

Not in Kansas anymore

Die Gruppe der Phantomdiebe, bekannt aus Persona 5, stehen vor einer Wiedervereinigung. Viel zu lange ist es schon her, seitdem die Truppe beisammen war – volle sechs Monate – und so beschließen sie, sich in ihrem alten Versteck, dem Café LeBlanc zu treffen. Die Freude des Wiedersehens ist groß und man schmiedet sogleich Pläne für den gemeinsamen Sommerurlaub.

Es dauert auch nicht lange bis feststeht, dass es ein Campingurlaub werden soll. Aufgaben werden verteilt – jeder ist für die Besorgung einer anderen Sache verantwortlich –, und der Hauptcharakter Joker und Ryuji machen sich auf den Weg in die Stadt. Kaum dort angekommen, werden sie jedoch durch helle Aufregung angelockt: Das neue Sternchen am Himmel, Alice Hiiragi, ist bei einer Store-Eröffnung zugegen. Und während die beiden Freunde versuchen, Alice per EMMA (Virtual Assitant) als Freundin hinzuzufügen, passiert etwas ganz Merkwürdiges: Die beiden finden sich plötzlich im Meta-Universum wieder, quasi einer anderen Ebene der Realität, welche aus besonders starken negativen Emotionen erschaffen wurde. Sie werden gefangen genommen und landen bei der Königin, welche verdächtig an Alice Hiiragi erinnert. Und obendrein scheinen die Schergen der Monarchin anderen, hier gestrandeten Menschen, irgendetwas zu entwenden – deren Begierden, die es Alice möglich machen, die Gefangenen zu kontrollieren.

Glück im Unglück, sind unsere beiden Helden für ihre Majestät jedoch uninteressant, und so landen wir in einem Abwasserkanal und können, mit etwas Hilfe, in die reale Welt entkommen. Zurück im Café sind sich alle Mitglieder der Phantomdiebe einig: Alice muss Einhalt geboten werden …

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Neue Ansätze

Wer schon einmal ein Persona-Spiel gespielt hat, den wird auch mit Persona 5 Strikers sofort das bekannte Serienfeeling packen, dennoch bringt auch dieser Teil wieder reichlich frischen Wind in alles – angefangen bei der neuen Dimension. In der realen Welt steuert ihr euren Hauptcharakter durch ein paar limitierte Straßen und Abschnitte, während der Großteil der Spielwiese sich in der Meta-Welt befindet, die sich als düstere, dunklere Version von Shibuya präsentiert. Diese erkundet ihr dabei nicht nur am Boden, ihr könnt auch an bestimmte Punkte in luftigen Höhen springen, um etwa bessere Sicht zu erhalten oder um sonst unzugängliche Ort zu erreichen. Apropos: Euer aktuelles Ziel – oder eure Ziele – werden euch jederzeit am oberen, rechten Bildschirmrand angezeigt.

Da keine RPG-Welt ohne Gegner auskommt, begegnen wir dort auch reichlich sogenannten „Schatten“, welche das unterdrückte, wahre Selbst einer Person darstellen. Jene Seite, die niemand sehen oder akzeptieren will. Sobald diese Schatten euch wahrnehmen, greifen sie an – wer sich geschickt versteckt und anschleicht, kann jedoch auch selbst den Kampf initiieren, samt First-Strike-Vorteilen. Anders als bisherige Titel der Reihe ist Persona 5 Striker eine Mischung aus Hack-n-Slash und Rollenspiel. Das heißt, die Kämpfe bestreitet man diesmal nicht rundenbasiert, sondern man metzelt sich fröhlich in Echtzeit durch Gegnerhorden (ähnlich wie etwa bei Dynasty Warriors). Doch wer glaubt, dies bedeute nur sinnlos auf irgendwelche Tasten zu bashen, der irrt sich gewaltig. Während der Kämpfe könnt ihr euch frei bewegen, springen, zuschlagen oder sogar eure Persona einsetzen (Joker darf diese im Kampf fließend wechseln, seinen drei Mitstreitern teilt ihr vor Kampfbeginn ihre eigenen zu). Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit, Spezialattacken auszuführen – und den sogenannten Showdown, eine Art mächtigen Finisher, der natürlich auch grafisch besonders spektakulär dargestellt wird. Die richtige Strategie trägt bei allem maßgeblich zum Erfolg bei, vor allem da sich nach und nach immer stärkere Gegner blicken lassen.

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Als Belohnung für bestandene Konfrontationen wartet das Übliche: Erfahrungspunkte und Geld, die euch im Level aufsteigen bzw. bei der Shop-KI Sophia neue Ausrüstung, Waffen und begrenzt erhältliche Items (teilt sie euch gut ein! Bis sich das Sortiment wieder auffüllt, dauert es eine Weile …) kaufen lassen. Ebenso solltet ihr euch nach den Kämpfen immer genau umsehen, denn manche der Gegner hinterlassen zusätzlich auch eine Maske, durch die ihr einen weiteren Persona erhaltet. In Sachen Steuerung geht nach kurzer Eingewöhnung alles flüssig von der Hand und das System an sich macht nicht nur Spaß, sondern bietet auch eine willkommene Abwechslung zum sonstigen Standard-Persona-System. Kleine Probleme gab es lediglich mit der Kamera, die in besonders geschäftigen Auseinandersetzungen ab und an nicht ganz so hilfreich agiert. Immerhin gibt es eine Lock-on-Funktion, um Gegner nicht aus dem Visier zu verlieren.

… und nostalgische Gefühle

In Sachen Präsentation verlässt sich Persona 5 Strikers auf den Reihen-üblichen Anime-Look und ein gewohnt gelungenes Sounddesign. Die meisten In-Game-Sequenzen sind vertont und ihr dürft zwischen englischer und japanischer Sprachausgabe wählen. Die Stimmen überzeugen dabei in beiden Sprachen durchwegs und passend wunderbar zum jeweiligen Charakter und dessen Eigenheiten. Die Musik ist, ebenfalls Persona-typisch, lebendig und energetisch, während natürlich auch so manche aus der Serie bereits bekannte Nummer mit dabei ist. So hat etwa der Velvet Room seine klassische Melodie beibehalten, und man weiß sofort, wo man sich befindet, wenn man diese hört. Unter Persona-Fans weckt das garantiert, wie bei mir, nostalgische Gefühle an bisherige Teile.

Getestet haben wir Persona 5 Strikers auf Nintendo Switch und bis auf zwei minimale Ruckler in geschäftigen Kämpfen funktionierte hier auch alles einwandfrei. Die runtergefahrene Auflösung zugunsten der flüssigen Performance wird von Zeit zu Zeit durch nicht ganz ideales Anti-Aliasing sichtbar, das tut dem Spielspaß aber nichts ab und ist definitiv angenehmer, als es konstante Lags wären.

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Persona beweist es mal wieder

Persona – tatsächlich auch eine immer wiederkehrende Spiele-Liebe meinerseits. Ich weiß noch, wie ich Stunden um Stunden auf der PSP mit Persona 3 verbracht habe. Und das nicht bloß einmal. Die Persona-Reihe schafft es meiner Meinung nach, immer wieder an die Qualität und das Feeling voriger Teile anzuknüpfen, dabei aber dennoch immer Neues einzubringen. Einerseits fühlt sich jeder neue Persona-Titel somit wie "nach Hause kommen" an, andererseits wird es einem aber auch nie nie langweilig, weitere Games zu zocken, und man fühlt sich nie, als hätte man bereits alles gesehen. Mit Persona 5 Strikers kommt nun das neue Hack-n-Slay-Kampfsystem dazu und auch dieses gefällt mir sehr gut. Die neuen Möglichkeiten machen Spaß und nach einigen Stunden fühlte es keineswegs mehr fremd an – eher, als hätte man Kämpfe in Persona nie anders bestritten. Auch der Rest des Titels, von der Story bis hin zur Präsentation, konnte mich einmal mehr voll in seinen Bann ziehen. Wer Persona bisher immer mochte, wird auch diesmal wieder seine Freude haben – aber auch Neulinge mit Leidenschaft für eine gewisse Verrücktheit und aktive Kampfsysteme werden es lieben. Ich für meinen Teil wollte jedenfalls gar nicht mehr aufhören.

8.5
Grafik:
8
Sound:
9
Steuerung:
8
Story:
9
Persona 5 Striker

Persona 5 Striker

Systeme: PC, PS4, Nintendo Switch
Getestet auf: Nintendo Switch
Genre: Action-Rollenspiel (Hack-n-Slay)
Entwickler / Publisher: Atlus
Erscheinungsdatum: 23. Februar 2021

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