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Review: Star Wars The High Republic: The Rising Storm & Race To Crashpoint Tower

Vor einigen Monaten ging Star Wars mit dem Multimedia-Projekt The High Republic (Hier geht’s zu Phase 1 im Review) in eine neue Ära. Rund 200 Jahre vor den Ereignissen der Skywalker-Saga steht die Republik auf ihrem Höhepunkt, geleitet von der von Toleranz und Zusammenhalt angespornten Kanzlerin Lina Soh und behütet vom machtvollen Orden der Jedi. Die Expansion ins Outer Rim schreitet voran und die Auswirkungen des Großen Desasters sind überwunden. Doch nicht alles ist wieder heile Welt: Die skrupellosen Nihil wurden zurückgeschlagen, doch hegen unter Führung des Auges Marchion Ro bereits neue, noch finsterere Pläne, während die Drengir, von der Dunklen Seite der Macht besessene Pflanzenmonster, sich immer weiter ausbreiten.

Ein Sturm zieht auf: The Rising Storm

Mit The Rising Storm aus der Feder von Cavan Scott geht die High Republic-Ära in die zweite Phase. Das Große Desaster und die Angriffe der Nihil und Drengir haben Narben im Outer Rim hinterlassen, doch die hoffnungstragende Raumstation Starlight Beacon ist in Betrieb gegangen und verbreitet die Botschaft von Solidarität und Zusammenhalt. Damit nicht genug, hat Kanzlerin Lina Soh obendrein beschlossen, mit einem weiteren ihrer Großen Werke voranzuschreiten: der Republic Fair, einer riesigen Ausstellung auf dem Outer Rim Planeten Valo, der sowohl die Republik wie auch ihre neuen Verbündeten in den Randgebieten feiern und als Zeichen des Friedens dienen sollen. Mit dabei sind hochrangige Abgesandte zahlreicher Planeten, ein Kontingent an Jedis sowie tausende Besucher aus der gesamten Galaxis – die perfekte Gelegenheit für Nihil-Anführer Marchion Ro, endgültig zu beweisen, dass Lina Sohs Traum einer sicheren, vereinten Republik nichts als Schall und Rauch ist, und dass selbst die so hoch geschätzten Jedi der wahren Macht des Outer Rim, den Nihil, hoffnungslos unterlegen sind.

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Wie Light of the Jedi in Phase 1 dient The Rising Storm als Ausgangspunkt von Phase 2 der High Republic-Ära, an das alle weiteren Werke anschließen. Die Story beginnt einige Monate nach dem Ende von Light of the Jedi und greift die Storyfäden und Charaktere aller bisherigen Bücher sowie Comics auf. Im Mittelpunkt der Handlung stehen auf Protagonistenseite diesmal vor allem die Jedi-Meister Elzar Mann und Stellan Gios, Noch-Padawan Bell Zettifar sowie Kanzlerin Lina Soh, aber auch neue Charaktere wie die Ex-Jedi Ty Yorrick oder Senator Tia Toon, der darauf drängt, neben den Jedi auch eine Armee der Republik zu etablieren, um gegen Angriffe wie jene der Nihil besser gewappnet zu sein. Wer hier Parallelen zur Prequel-Trilogie sieht, liegt nicht falsch. Während des Lesens hatte ich immer wieder das Gefühl, dass Parallelen zu bisherigen Themen gezogen wurden – etwa eben die Militarisierung der Republik, Jedi, die Affären pflegen, oder die Vorgehensweise des Rates in Frage stellen –, nur um dieses dann bewusst in konträre Richtungen zu lenken. Und der Effekt gelingt. Auch Phase 2 der High Republic-Ära zeigt uns, dass vieles, das wir über die Jedi, die Republik und die Macht zu wissen glauben, nur eine bestimmt Perspektive war – und dass all diese Dinge in Wahrheit viel vielschichtiger und komplexer sind bzw. dass bestimmte Aktionen nicht immer auch (vor)bestimmte Folgen nach sich ziehen müssen. Und wie bereits in Phase 1 steht auch einmal mehr die Frage danach, was die Dunkle Seite wirklich ausmacht bzw. wie jeder einzelne Jedi mit den Versuchungen dieser umgeht, im Mittelpunkt.

Trotz spannenden Charaktereinblicken und flotter Erzählweise kämpft The Rising Storm jedoch auch mit einigen Problemen, allen voran, dass das Buch nicht wie der nächste Schritt in der Story wirkt, sondern eher wie ein weiterer Einführungsroman ohne signifikante Entwicklungen – weder auf Seiten der Jedi bzw. Republik, noch auf Seiten der Nihil. Wo Light of the Jedi zahlreiche Charaktere etablierte, die neuen Antagonisten vorstellte und neue Blickweisen auf den Jedi-Orden lieferte bzw. klarmachte, dass Jedi nicht gleich Jedi ist, müsste ein Folgeteil nun die Story in Eilschritten vorantreiben – stattdessen erhalten wir eine Flut an weiteren Charaktereinblicken bzw. -einführungen vor dem Hintergrund einer erneuten großen Auseinandersetzung mit den Nihil, die ebenfalls ohne tatsächliches Novum auskommen muss. Geschuldet ist dies wohl unter anderem der umfangreichen Cast, die allesamt zwar interessante, aber im Grunde kaum relevante Story-Arcs erhalten – während gleichzeitig jedoch etablierte Key Player wie Avar Kriss komplett außen vor gelassen werden. Das Resultat ist ein Leseerlebnis, das zwar Spaß macht, einen letzten Endes aber leider doch mit dem Gefühl zurücklässt, im Grunde nicht mehr als am Ende des vorangegangenen Buches zu wissen – und somit ein wenig enttäuscht.

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Junge Helden: Race to Crashpoint Tower

Zeitgleich mit The Rising Storm erscheint heute zudem Race to Crashpoint Tower von Daniel José Older, das erste Junior-Buch der High Republic-Ära. Die Geschichte spielt parallel zu den Ereignissen von The Rising Storm und folgt Padawan Ram Jomaram, der mithilfe seiner Freunde ein Abenteuer startet, um die von den Nihil lahmgelegte Kommunikation Valos wiederherzustellen. Das Buch legt einen gänzlich anderen, passend kindgerechten Tonfall an den Tag und fügt sich direkt in die Ereignisse von The Rising Storm ein, ein paar überschneidende Szenen inklusive.

Neben Ram folgt Race To Crashpoint Tower in Nebensträngen auch den Charakteren Lula Talisola und Zeen Mrala aus der ebenfalls von Older geschriebenen Comicserie High Republic Adventures – sowie Vernestra Rwoh, einer jungen Jedi, die Leser von Phase 1 bereits aus A Test of Courage kennen werden. Vor allem in diesen Nebenhandlungsträngen dreht sich wiederum alles um Einblicke in die Philosophie der Jedi, während Dinge wie der Grundsatz, dass Jedi keine Bindungen eingehen dürfen, oder Eifersucht und Selbstzweifel erforscht werden.

Der größte Kritikpunkt an dem Buch ist, dass sich die Story stark an die Ereignisse von The Rising Storm sowie High Republic Adventures anlehnt, die nicht speziell für junge Leser geschrieben sind. Das Buch ist somit für erwachsene Leser eine nette Nebenstory, funktioniert als selbständiges Kinderbuch in der Ära aber nur bedingt.

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Charakter-Überblick-Credits: Jake Bartok

Fazit

Phase 1 der High Republic-Ära hat mich vor einigen Monaten sofort in ihren Bann gezogen und ich konnte es kaum erwarten, die Bücher von Phase 2 in die Finger zu bekommen. Nach dem Lesen bleibt nun ein zwar grundsätzlich zufriedenes, aber auch etwas enttäuschtes Gefühl zurück. The Rising Storm leistet großartige Arbeit dabei, die gravierenden Unterschiede zwischen dieser Republik samt ihren Mitgliedern sowie der am Rande des Kollapses stehenden Republik der Prequel- oder Prä-Sequel-Trilogien zu zeigen und liefert auch einmal mehr spannende Einblicke in Jedi-Denkweisen, wie wir sie während der Skywalker-Saga noch nicht sehen konnten, verabsäumt es aber gleichzeitig, die überspannende Story tatsächlich voranzutreiben. Alles in allem wirkt The Rising Storm somit mehr wie ein weiterer Einführungsroman, der uns abermals gespannt warten lässt, in welche Richtung sich alles nun tatsächlich entwickeln wird.

The Rising Storm

Autor: Cavan Scott
Verlag: Del Rey
Genre: Sci-Fantasy
Seiten:
 448 Seiten
Alter: ab 12 Jahren
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2021

Race to Crashpoint Tower

Autor: Daniel José Older
Verlag: Disney Lucasfilm Press
Genre: Sci-Fantasy
Seiten:
 240 Seiten
Alter: ab 6 Jahren
Erscheinungsdatum: 29. Juni 2021

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